Die Gemeindewiese

Die Gemeindewiese ist eine der größten zusammmenhängenden Streuobstwiesen im Kreis Höxter. Seit einigen Jahren hat der Heimatverein Bökendorf die Pflege der Gemeindewiese übernommen. Dafür gab es bereits im Jahr 2004 einen Umweltpreis der RWE sowie im Jahr 2009 einen Sonderpreis der NRW-Stiftung im Rahmen des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" auf Landesebene.

Davon abgesehen ist die Gemeindewiese ein wunderschöner Ort. Im Frühling beeindrucken blühende Obstbäume. Die geniale Aussicht hat man das ganze Jahr.

Die Gemeindewiese hat im vergangenen Jahrhundert jedoch eine noch viel größere Bedeutung für die Dorfbewohner gehabt. Hier ist ein kleiner Auszug aus der Chronik:

Die Grundstücke der Bökendorfer Ortseingesessenen (Meyerleute) überlagerten zum Teil mit den Besitzungen des Gutsherrn. Die Huderechte bestanden auf beiden Seiten. So durften die Bökendorfer z.B. ihr Vieh (insbesondere Schafherden) auch auf den Grundstücken des Gutsherren weiden lassen – andererseits konnten dessen Schaf­herden auch über die Ländereien der Bökendorfer ziehen.

Am 24. Januar 1838 stellte der damalige Gutsherr Werner von Haxthausen bei der königlichen Generalkommission in Münster den Antrag auf Aufhebung dieser ‚Gemeinheit in Feld und Wald‘. Laut Teilungsrezes (von 1838) zwischen Bökendorf und des Herrn von Haxthausen erfolgte dann die Abfindung und auch die Auseinanderlegung (Trennung) der Ackerflächen. Als Abfindung trat der Gutsherr die vor Ihnen liegende, abgeholzte Waldfläche in Größe von 62 Morgen an die Viehhalter in Bökendorf ab.

Von jetzt an wurde das Vieh (Schaf-, Kuh-, Ziegen- und Schweineherden) aus dem Dorf auf eigenen Ackerflächen, vor allem an den großen Triftwegen und auf den 62 Morgen der „Hudeabfindung“ gehütet.

Nachdem 1977 eine kommunale Neuregelung durch die Stadt Brakel gefunden wurde, ist seitdem jedem Bürger mit Pachtanteilen der Auftrieb von Tieren stattgegeben.